06. Okt. 2017

Ali As

„Insomnia“ Tour 2017

Für Ali As hätte 2016 nicht besser laufen können: Sein Album „Euphoria“ stieg auf Platz 6 in den Charts, die Single „Lass Sie Tanzen“ mit Namika steht mit XX.XXX verkauften Einheiten ein gutes Jahr nach Release kurz vor Goldstatus, er arbeitet mit Kollegah und MoTrip zusammen und erspielte sich mit über 60 Shows in einem Jahr einen Namen als Live-Rapper erster Güte. Nun, auf dem Papier liest sich das alles alle ganz wunderbar – und trotzdem stimmte rückblickend betrachtet irgendetwas nicht.

»Mitte 2016 ging es mir richtig scheiße«, blickt Ali As zurück. »Ich war am Ende. Wenn Leute meine Spur schneiden wollten, bin ich direkt drauf eingestiegen und habe nach deren Regeln gespielt. Dabei müsste ich ja eigentlich derjenige sein, der sagt, wo es in meinem Leben langgeht und sollte mir von niemandem reinreden lassen.« Hinzu kommt ein beinahe wahnsinniger Workload: Er reißt Show nach Show ab, geht in Gedanken schon das neue Album an, schreibt mit Pop-Acts deren nächsten großen Hits. Die Folge: Er wird von Schlafstörungen geplagt, bekommt manchmal nur zwei Stunden pro Nacht die Augen zu.

Nicht gerade die besten Vorrausetzungen, um am Nachfolger für ein Top-Ten-Album zu arbeiten. Ali macht es trotzdem und fliegt gemeinsam mit seinen Produzenten David und Eli nach Los Angeles. Einen Nachmittag, läuft er dem US-Rapper und Shootingstar Famous Dex über den Weg. »Als wir uns kennengelernt, die Hände gegeben und in die Augen geschaut haben, war mein erster Gedanke: ›Fuck, ich habe den im Internet so mies gehated!‹ Aber er hat mich super respektvoll behandelt und Liebe gezeigt, während ich mich in Grund und Boden geschämt habe. Ich habe einfach Unsinn über einen Typen im Internet geredet, obwohl ich rein gar nichts mit ihm zu tun habe. Da habe ich gemerkt: Ich denke zwar die ganze Zeit, dass ich besser als die anderen bin, in Wahrheit bin ich aber genau wie all jene Leute, die Scheiße ins Internet schreiben und ständig haten.«

Die beiläufige Begegnung in einem Café in L.A. sorgt dafür, dass es bei Ali As Klick macht. »In dem Moment habe ich gemerkt, dass einen Hass nicht weiter bringt. Warum soll ich mich darüber aufregen, was andere über mich erzählen? Stattdessen beschäftige ich mich doch viel lieber nur noch mit positiven Dingen.« Nur: Was macht man mit dieser neugewonnenen Erkenntnis? Richtig, ein Album. Ein sehr gutes sogar.

Nach dem Ali sich für »Euphoria« nach Hawai zurückzog und sich von der dortigen Umgebung inspirieren ließ, prägt Los Angeles selbstredend auch den Entstehungsprozess von „Insomnia“.

Präsentiert von: Splash Mag, HipHop.de, Rap.de

 

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