10. Nov. 2017

Sigrid

Sigrid heißt sie, gerade 20 Jahre alt ist sie geworden, und zeigt, dass die kleine Hafenstadt Bergen in Norwegen aktuell der musikalische Nabel der Welt zu werden scheint. Ihr erstes musikalisches Lebenszeichen nahm bereits innerhalb kürzester Zeit katapultartig Playlisten und Dauerrotationen in Beschlag. Ihre Debüt-Single „Don’t Kill My Vibe“ begeistert weltweit, hat innerhalb weniger Tage bereits weit über eine Million Streams erreicht.

Mit Neil Youngs größtem Fan zum Vater und einer Mutter, die eine große Begeisterung für Joni Mitchell hegt, war Sigrid sich der Bedeutung großartiger Songs schon früh bewusst, und ihr Klavierunterricht zeichnete ihren Weg bereits mit sieben Jahren vor.

Als Sigrid 16 war, nahte ein Auftritt ihres Bruders Tellef, der ebenfalls Musiker ist, und mit gerade einmal zwei Wochen Vorwarnung bot er ihr an, als sein Opening Act einzuspringen, vorausgesetzt, sie würde eigenes Material schreiben. Es folgten Gesangstipps von ihrer älteren Schwester, ein erfolgreicher erster Auftritt und schon bald nahm sie das Stück im OSR-Studio auf. Ihr Bruder schlug vor, den Song bei einer norwegischen Radioshow für junge Talente einzureichen, wo dieser nicht nur gesendet, sondern Sigrid obendrein zur Künstlerin, die man unbedingt im Auge behalten sollte, erklärt wurde.

Schnell sicherte sich das norwegische Indie-Label Petroleum, bei dem auch ihre Freundin Aurora ihre künstlerische Heimat gefunden hatte. Sie brachte ihre dritte Single heraus, die sofort im landesweiten Radio gespielt wurde, benötigte aber erst einmal dringend Zeit um herauszufinden, was sie eigentlich tun wollte. Schließlich zog sie mit 18 – vor gerade einmal zwei Jahren – die Westküste hinunter nach Bergen, wo sie bald Teil der sehr lebendigen Musikszene wurde.

Was uns in die Gegenwart bringt: Nachdem sie zwei Jahre an ihrer Kunst gefeilt hatte, unterschrieb Sigrid bei Island Records und pendelt heute zwischen Bergen und London. Nach wie vor ist die Musik, mit der sie aufgewachsen ist, ihr wichtigster Einfluss und sie scheint längst dazu bestimmt, ihren ganz eigenen, wunderbaren Platz einzunehmen, irgendwo zwischen dem etwas eigenwilligen Pop der dänischen Sängerin MØ und jenem ganz speziellen, Schmetterlinge im Magen hervorrufenden Ingrediens, mit dem uns einst die junge Adele begeisterte. „Ich denke, was mich schon immer inspiriert hat, sind einfach wirklich gut geschriebene Popsongs“, verkündet sie. „Klavierspielen und singen, was mir gerade in den Sinn kommt, das ist für mich das Beste.“

Wo?
Schwarzes Zimmer
Was?