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Semmel Concerts präsentiert:

Sons of Bill


Donnerstag, 23. August 2018

Beginn: 20:00 | Einlass: 19:00

Blaues Zimmer
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Photo: Anna Webber
Oh God Ma´am Tour

Oh God Ma’am, das neuste Album der in Virginia beheimateten Band Sons of Bill, umfasst die bislang musikalisch anspruchsvollste Arbeit der Band. Aufgenommen sowohl in Seattle in Zusammenarbeit mit der West Coast Indie Legende Phil Ek (Shins, Fleet Foxes) als auch in Nashville in Zusammenarbeit mit Sean Sullivan (Sturgill Simpson) und gemixt von Peter Katis (The National, Interpol) bewegt sich das Album jenseits der elektrischen Americana-Rock Komfortzone der bisherigen Alben hin zu einem eleganteren, zurückhaltenden Sound. Ein dunkleres, komplexeres und  vielschichtiges Rock-Album, das es schafft die emotionale Intimität und musikalische Bandbreite der Band bestmöglich wiederzugeben. Oh God Ma’am ist ein coming-of-age Album für ein überstimuliertes Alter, zu gleichen Teilen voller post-adoleszenter Besorgnis und altersweiser Bescheidenheit; klug, großartig und von einer dunklen Nachdenklichkeit.

Das Album brauchte seine Zeit. Nach langen Tourneen mit ihrem Erfolgsalbum Love & Logic auf beiden Seiten des Atlantiks war die Band von einer Reihe verschiedener persönlicher und tragischer Ereignisse betroffen. Scheidungen, Abhängigkeiten und auch andere mentale Zugeständnisse innerhalb der Band sowie ein tragisch-komischer Unfall forderten ihren Tribut und schienen aus dem Nichts zu kommen. „Natürlich war das für uns ein Moment, an dem wir alles hätten hinschmeißen können“ erzählt James Wilson. „Wir hatten alle die Unschuld der Jugend verloren, jeder auf seine Weise, und in vielerlei Hinsicht ist diese Unschuld ein essentieller Teil davon, überhaupt in einer Band zu sein. Zu viel Realität ist der Tod für eine bestimmte Art der Kunst  – besonders für Rockmusik. Sie braucht eine gewisse infantile Grandiosität, den Mut zu ihren Illusionen und Träumen. Deshalb lieben wir sie ja so, und deshalb wird es immer schwieriger lebendige Musik zu schreiben, wenn man älter wird und die fiesen Nichtigkeiten des Alltags dir immer mehr den Blick versperren. Aber ich bin froh, dass wir uns die nötige Zeit genommen und schlicht alles, was uns passiert ist dahin kanalisiert haben, eine andere Art von Album zu machen.”

Das Endresultat ist mit Oh God Ma’am der Sound einer Band, die erwachsen wird: nüchtern, gesund, nachdenklich, zielgerichtet – und sogar dankbar. Dies zeigt sich auch in der enormen musikalischen Bandbreite der 13 Songs. Für diejenigen mit einer Vorliebe für die düsteren Indiesounds der Nullerjahre bieten “Green to Blue” und “Signal Fade” genau das richtige, wobei die mitreißenden Hooks von “Believer / Pretender”, “Firebird 85” und “Where We Stand” das Herz eines jeden Cinematic-Rock Fans höher schlagen lassen. Sons of Bill machen essentielle Roots Music im besten Wortsinne. Oh God Ma’am ist ein Album voller Songs, die die Wurzeln der traditionellen Musik genauso wie der Popmusik freilegen, mit vielen Nuancen und ungewöhnlicher Tiefe.